Caroline Bayer

Anja BauerRaumzeichnungen

Wir gehen ein Leben lang durch Räume, Innenräume und Außenräume, dass wir uns dessen oft gar nicht mehr bewußt sind. Mit dieser Alltagsverschleifung spielt Caroline Bayer in ihren Architekturzeichnungen: Sie erinnert uns daran, dass wir in einem gestalteten Raum stehen, obwohl die Wand, auf der die Künstlerin ihre minimalistisch reduzierten Zimmerfluchten gezeichnet oder mit Bändern aufgeklebt hat, den Betrachter auf sich und seine Stellung im eigentlichen Raum zurückwirft. In der Fiktion des nicht Hintergehbaren, das auf die realen Räumlichkeiten und Baudetails – mit Ein-, Durch-, und Ausgängen sowie Pfeilern, Fenstern usw. – reagiert, nehmen wir erst unsere Umgebung wahr. Bayer, die in ihren Arbeiten auch die Grenzen des Gebauten ästhetisch wie kritisch in Frage stellt, vermag den Betrachter aber auch im besten Sinne zu irritieren: Indem er sich sehend in die vorgezeichneten Räume hineinsehnt – denn wer würde nicht gerne erkunden, was sich hinter dem tiefen Schwarz angedeuteter weiterer Räume befindet (zumal wenn man sich in einem Museum befindet) –, verunklärt sich das Reale und Fiktive, das Innen und Außen. Dem einen oder anderen wird so der abstrakte Raum gar wirklicher erscheinen als der konkrete Allerweltsraum, wenn er sich nicht selbst aus der Perspektive herausbewegt.